Ich habe letzte Woche eine Küche geplant, die gerade mal zehn Quadratmeter groß war, und die Besitzerin wollte unbedingt eine Sitzbank integrieren. Küchenmöbel sind heute viel mehr als nur Schränke und Arbeitsplatten, sie definieren den gesamten Wohnfluss. In vielen Altbauwohnungen, die ich sehe, ist die Küche der zentrale Punkt, aber oft fehlt einfach der Platz für einen richtigen . Deshalb setze ich immer öfter auf multifunktionale Lösungen, die den Raum tagsüber zum Kochen und abends zum Essen oder sogar Schlafen für Gäste verwandeln.

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Küchenzeile aus massiver Eiche, die sich nahtlos in eine gemütliche Sitzecke fortsetzt. Genau hier kommt die Idee einer Kanapee oder einer kleinen Couch ins Spiel, die sich bei Bedarf ausklappen lässt. Ich habe in einer Kundenwohnung einmal eine schmale Bank mit einem 16 cm dicken Schaumstoffpolster eingebaut, die sich mit einem Handgriff in ein Gästebett verwandelte. Die Herausforderung war, die Küchenmöbel so zu gestalten, dass die Bank nicht wie ein Fremdkörper wirkte, sondern wie ein selbstverständlicher Teil der Einrichtung. Das gelang durch eine durchgehende Arbeitsplatte aus dem gleichen Material.

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Das größte Problem bleibt immer der Stauraum, besonders für Bettzeug und Kissen, wenn die Couch nachts genutzt wird. Ich rate meinen Kunden dann zu einer Sitzbank, die gleichzeitig als Truhe fungiert, oder zu einem Loftbett mit integriertem Stauraum unter der Liegefläche. Eine meiner liebsten Lösungen ist ein massives Sideboard in der Küche, das innen komplett leer ist und als Bettkasten für eine ausziehbare Matratze dient. Die obere Platte wird zum Buffet, und darunter verschwinden nachts die Decken. Das ist praktisch und sieht aus wie ein normales Möbelstück.

Besonders spannend wird es, wenn man eine richtige Schlaffunktion in die Küche integrieren will. Ich habe einmal ein Paar beraten, das in einer 40-Quadratmeter-Wohnung lebte und oft Besuch bekam. Wir haben eine maßgefertigte Sitzgruppe entworfen, deren Untergestell aus einem stabilen Metallrahmen mit einem hochwertigen Lattenrost bestand. Darauf lag ein 18 cm dicker Kaltschaummatratze, die tagsüber mit einem passgenauen Bezug aus einem robusten Stoff verdeckt wurde. Die Küchenmöbel bekamen dadurch eine völlig neue Dimension, sie waren nicht mehr nur Arbeitsfläche, sondern auch ein zweites Bett.

Die Wahl des Bezugsstoffes ist dabei entscheidend, denn in der Küche gibt es immer Fettspritzer und Gerüche. Ich empfehle oft eine abnehmbare und waschbare Hülle aus einem Mikrofaserstoff oder sogar eine elegante Velourspolsterung, die man mit einem feuchten Tuch abwischen kann. Ein Kunde hat sich für einen dunkelblauen Cord entschieden, der nicht nur edel aussieht, sondern auch Flecken gut verzeiht. Die Sitzfläche ist mit einem einfachen Klettverschluss befestigt, sodass man sie im Handumdrehen abnehmen und in die Maschine werfen kann.

Ein weiterer Trick, den ich in meiner Praxis oft anwende, ist der Einbau eines Mechanismus, der die Sitzfläche nach vorne klappen lässt. So entsteht eine ebene Liegefläche, ohne dass man die ganze Bank verschieben muss. Dieser sogenannte Klappmechanismus ist platzsparend und stabil. Dazu kommt ein eingebauter Lattenrost, der die Matratze gut belüftet und für eine angenehme Schlafposition sorgt. Die Küchenmöbel wirken dann tagsüber wie eine schlichte Bank, und nachts haben die Gäste ein bequemes Bett mit einer festen Unterlage.

Viele meiner Kunden unterschätzen, wie wichtig die Höhe der Sitzfläche ist. Eine normale Essbank ist oft zu niedrig, um darauf bequem zu schlafen. Ich plane daher immer eine extra hohe Sitzfläche von etwa 45 Zentimetern, die dann mit einer dünnen Auflage zur Schlafhöhe wird. Darunter verbirgt sich ein großer Stauraum für Kissen und Decken. Das ist viel praktischer als ein separates Bett mit Aufbewahrungsbox, denn alles ist griffbereit und unsichtbar. Die Küchenmöbel werden so zu einem intelligenten System.

Wenn der Platz wirklich knapp ist, greife ich zu einer ausziehbaren Variante. Eine schmale Konsole an der Wand lässt sich auf das Doppelte ausziehen und wird nachts zur Liegefläche. Darunter ist Platz für einen Rollcontainer mit Bettzeug. Das ist besonders in Mini-Küchen eine Rettung, denn es gibt keinen Platz für ein separates Bett. Ich habe so eine Lösung in einer Münchner Dachgeschosswohnung eingebaut, wo die schräge Wand kaum Platz ließ. Die Gäste schliefen auf einer 140 cm breiten Liegefläche, die tagsüber als Ablage für die Kaffeemaschine diente.

Am Ende zählt immer die individuelle Anpassung. Ich messe jede Nische, jede Schräge und jeden Winkel genau aus, bevor ich eine Bank oder ein Bett in die Küchenmöbel integriere. Einmal habe ich eine Sitzbank um eine tragende Säule herum gebaut, mit einem abnehmbaren Polster, das man zur Seite schieben konnte. Darunter war ein großer Kasten für Bettwäsche und sogar Winterjacken. Die Küche wurde zum Herzstück der Wohnung, ohne dass man auf eine gemütliche Sitzgelegenheit oder ein Gästebett verzichten musste. So entsteht ein Raum, der wirklich rund um die Uhr funktioniert.

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